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Steuerfragen als Student


Auf dieser Seite haben wir euch die Antworten zu den häufigsten Steuerfragen zusammengefasst.

Wie macht man eine Steuererklärung als Student?

Dazu braucht ihr erstmal die richtigen Steuerformulare, die ihr entweder online über ELSTER oder handschriftlich ausfüllt. Was ihr in eurer Steuererklärung angebt, hängt sehr stark von eurer persönlichen Situation ab. Eine allgemeingültige Anleitung gibt es deshalb nicht. Wenn ihr Hilfe beim Ausfüllen eurer Steuererklärung braucht, schaut euch doch mal unsere kostenlosen Steuerbeispiele für Studenten an. In jedem Fall braucht ihr aber eure Steuernummer, Steueridentifikationsnummer, Lohnsteuerbescheinigung und eure Lohnsteuerklasse.


Wann muss ich als Student eine Steuererklärung machen?

Grundsätzlich sind Studierende nicht dazu verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Erfüllt ihr jedoch einen oder mehrere der nachfolgenden Punkte, so müsst ihr eine Steuererklärung abgeben:

  • Ihr habt bei mehreren Arbeitgebern gearbeitet (Lohnsteuerklasse 6)
  • Ihr seid selbständig tätig und eure Einnahmen übersteigen den Grundfreibetrag (9.408€)
  • Ihr bezieht Einkünfte aus Vermietung oder Kapitalerträgen, die den Grundfreibetrag übersteigen

Für die Pflichtabgabe eurer Steuererklärung habt ihr immer bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit.


Was bekommt man als Student an Steuern zurück?

Generell könnt ihr auch nur das wieder zurückbekommen, was ihr bereits an Einkommenssteuern gezahlt habt. Wenn ihr also im letzten Jahr Einnahmen hattet und darauf Steuern gezahlt habt, lohnt es sich in der Regel eine Steuererklärung zu machen. Wenn ihr in der Zweitausbildung seid, also im Masterstudium oder im Bachelorstudium mit vorangegangener Ausbildung, könnt ihr außerdem einen Verlustvortrag geltend machen und euch sozusagen Schulden ansparen. Das Finanzamt merkt sich eure Verluste und verrechnet sie mit eurem Einkommen im nächsten Jahr.


Welches Formular benötige ich für eine Steuererklärung als Student?

In jedem Fall braucht ihr den Mantelbogen, auf dem ihr eure allgemeinen Angaben wie Name oder Steuernummer angebt. Welche weiteren Steuerformulare ihr benötigt, hängt von eurer persönlichen Situation ab. Habt ihr beispielsweise Gewinne aus Aktienverkäufen, braucht ihr die Anlage Kap (Steuerbeispiel Kapitalerträge). Habt ihr eine eigene Krankenversicherung oder seid Kirchenmitglied, dann benötigt ihr zusätzlich die Anlage Sonderausgaben (Steuerbeispiel Kirchensteuer)


Welche Steuerklasse habe ich?

In Deutschland gibt es sechs verschiedene Lohnsteuerklassen. Dabei versucht das Finanzamt bei der Einkommenssteuer auch den Familienstand zu berücksichtigen. Es wird zwischen den folgenden Lohnsteuerklassen unterschieden:

  • Ledig, verwitwet oder getrennt/geschieden (Lohnsteuerklasse 1)
  • Alleinerziehend oder getrennt lebend (Lohnsteuerklasse 2)
  • Verheiratet (Lohnsteuerklasse 3, 4 oder 5)
  • Bei Zweit- und Nebenjobs (Lohnsteuerklasse 6)

Können Studenten was von der Steuer absetzen?

Ja, Studenten profitieren von vielen Steuervorteilen. So sind beispielsweise alle Studienkosten steuerlich relevant und können in der Steuererklärung angegeben werden. Wenn die Ausgaben für euer Studium und euren Nebenjob über dem Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000€ liegen, könnt ihr diese als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen und dadurch euer zu versteuerndes Einkommen verringern. Liegen sie darunter oder gebt ihr keine Ausgaben an, setzt das Finanzamt automatisch den Arbeitnehmerpauschbetrag an. Kosten, die ihr geltend machen könnt, sind beispielsweise:

  • Arbeitsmittel
  • Auslandssemester
  • Bewerbungsunterlagen (8,50 Euro, online 2,50 Euro)
  • Berufskleidung
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Drucken/Binden von Abschlussarbeiten
  • Fachliteratur
  • Fahrten zur Uni
  • Kontoführungsgebühren (pauschal 16 Euro im Jahr)
  • Semesterbeiträge
  • Studiengebühren
  • Studienfahrten/Exkursionen
  • Umzüge (ab März 2020 pauschal 820 Euro)
  • Verpflegungsmehraufwand

In unseren Steuerbeispielen zeigen wir euch, wie ihr Werbungskosten in eurer Steuererklärung angebt und was es dabei zu beachten gibt. Dort könnt ihr dann das Steuerbeispiel wählen, das euch am ähnlichsten ist und mit dessen Hilfe eure Steuererklärung ausfüllen.


Können Auslandsreisen steuerlich geltend gemacht werden?

Werbungskosten werden vom Finanzamt als berufsbedingte Kosten definiert. Das heißt, dass auch nur Kosten in der Steuererklärung angegeben werden können, die durch die Ausübung eures Berufes oder Studiums entstehen. Dazu gehören auch berufliche Reisen. Dahingegen sind die Kosten von privaten Reisen generell nicht absetzbar. Entscheidet ihr euch im Anschluss an euer Auslandssemester in Australien noch eine geführte Abenteuerreise anzuhängen, so könnt ihr beispielsweise euren Flug dennoch in der Steuererklärung angeben. Denn ihr seid primär für euer Auslandsstudium und nicht für die Urlaubsreise nach Australien gegangen. In solchen Fällen kann es aber sein, dass ihr den Grund für euren Auslandsaufenthalt belegen müsst.


Wie gebe ich meine Studienkosten in der Steuererklärung an?

Die meisten eurer Studienkosten könnt ihr in eurer Steuererklärung angeben. Dabei ist es wichtig, ob ihr euch in eurer Erstausbildung befindet oder bereits in einer Zweitausbildung seid, also im Master oder Bachelor mit vorangegangener Ausbildung. Im letzten Fall könnt ihr eure Studienkosten wie Semesterbeiträge, Arbeitsmittel, Fahrten zur Uni, Umzüge und viele mehr als Werbungskosten geltend machen. Diese gebt ihr in der Anlage N eurer Steuererklärung an. Seid ihr noch in der Erstausbildung könnt ihr eure Studienkosten als Sonderausgaben angeben.


Wie viele Stunden dürfen Studenten in den Semesterferien arbeiten?

Während der vorlesungsfreien Zeit gibt es keine zeitliche Beschränkung für Studentenjobs. Verdient ihr mehr als den Steuerfreibetrag (9.408€ für das Jahr 2020), bekommt ihr nicht mehr eure komplette Lohnsteuer mit einer Studentensteuererklärung zurück. Ihr seid dann wie ein normaler Arbeitnehmer verpflichtet Sozialversicherungsabgaben zu zahlen. Während der Vorlesungszeit dürft ihr maximal 20 Stunden pro Woche in einem Nebenjob arbeiten, andernfalls verliert ihr euren Studentenstatus, da es sich nicht mehr um ein Vollzeitstudium handelt.


Welche Kosten kann ich bei einem Auslandsaufenthalt geltend machen?

Ein Auslandsaufenthalt ist oft mit zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden, die ihr teilweise auch in eurer Steuererklärung angeben könnt. Dazu zählen Umzugskosten, eine doppelte Haushaltsführung und der Verpflegungsmehraufwand. In unseren Steuerbeispielen zu Steuererklärung bei Auslandspraktika und Steuererklärung bei Auslandssemesstern zeigen wir euch, wie ihr diese zusätzlichen Ausgaben in eurer Steuererklärung angebt und welche Steuerformulare ihr dazu braucht.


Wo finde ich meine Steuernummer?

In eurer Steuererklärung müsst ihr eure Steuernummer angeben. Die findet ihr auf eurem Einkommenssteuerbescheid des letzten Jahres oder ihr lasst das Feld frei, wenn ihr noch keine Steuererklärung abgegeben habt. Das Finanzamt wird euch dann eine neue Steuernummer zuweisen.


Können Bewerbungskosten steuerlich geltend gemacht werden?

Das Finanzamt akzeptiert Bewerbungskosten als Werbungskosten, dabei wird allerdings zwischen Online-Bewerbungen (2,50 €) und Bewerbungen in Papierform (8,50 €) unterschieden. Auch die Kosten von Bewerbungsservices können steuerlich geltend gemacht werden. Weitere Informationen dazu findet ihr bei Die Bewerbungsschreiber. Notiert euch deshalb unbedingt eure Ausgaben für alle eure Bewerbungen, um sie später in eurer Steuererklärung angeben zu können.


Kann ich Bafög von der Steuer absetzen?

BAföG ist eine zinslose Studienförderung und kann steuerlich nicht geltend gemacht werden. Es handelt sich hierbei um kein Einkommen, da die Förderung später wieder zurückgezahlt werden muss. Aus diesem Grund fällt die BAföG-Förderung auch nicht unter den Einkommensbegriff aus dem Einkommenssteuergesetz.


Wie setze ich meinen Semesterbeitrag von der Steuer ab?

Die meisten Studenten in Deutschland zahlen einen Semesterbeitrag. Diesen könnt ihr entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten geltend machen. Als Werbungskosten könnt ihr euren Semesterbeitrag angeben, wenn ihr euch in einer Zweitausbildung befindet, also beispielsweise im Master oder im Bachelor mit vorangegangener Ausbildung. Dann gebt ihr den Semesterbeitrag im Abschnitt Werbungskosten der Anlage N an. Wie das genau geht, könnt ihr in den vorausgefüllten Steuerformularen bei einem unserer Steuerbeispiele nachschauen. Müsst ihr den Semesterbeitrag als Sonderausgaben angeben, braucht ihr das Steuerformular Anlage Sonderausgaben.


Muss ich mein Erspartes als Student versteuern?

Vielleicht hattet ihr als Kind schon ein Sparbuch oder habt erst später angefangen einen Teil eures Einkommens auf die Seite zu legen. In Deutschland kann es sein, dass ihr dafür Abgeltungsteuer zahlen müsst, da sich das Geld fast wie von selbst vermehrt und ihr somit ein Einkommen habt, ohne etwas dafür zu tun. Das bedeutet konkret, dass auf alle Kapitalerträge pauschal 25 Prozent Steuern gezahlt werden müssen, wenn ihr über den Freibetrag von 801€ kommt. In diesem Artikel zeigen wir euch, wie ihr im Studium Geld spart, ohne Steuern zu zahlen. Typische Beispiele für Kapitalerträge sind:

  • Zinsen
  • Erträge aus Fonds, ETFs oder Anleihen
  • Gewinne beim Verkauf von Aktien
  • Dividenden (Aktien, Anleihen, etc.)

Kann ich den Weg zur Uni von der Steuer absetzen?

Als Studierende könnt ihr eure Fahrten zur Uni steuerlich geltend machen. Falls ihr ein Semesterticket verwendet, könnt ihr die Kosten dieses Semestertickets in eurer Steuererklärung beispielsweise als Werbungskosten angeben. Fahrt ihr hingegen mit dem Auto, könnt ihr die Entfernungspauschale (auch bekannt unter Pendlerpauschale) geltend machen, solange es sich um Fahrten zur Uni, zu eurem Arbeitsplatz oder einer berufsbildenden Schule handelt. Dabei werden nur die einfachen Entfernungskilometer berücksichtigt. Fahrt ihr also 5km zur Uni (Hinfahrt) und 5km von der Uni zu euch nach Hause (Rückweg), dürft ihr 5km (und nicht 10km) mit 30 Cent pro Kilometer angeben. In diesem Fall wären das also 1,50€. Wie ihr das in eurer Steuererklärung angebt, zeigen wir euch in unserem Steuerbeispiel mit Entfernungspauschale.


Welche Pauschalen kann ich als Student absetzen?

Als Studierende könnt ihr in den meisten Fällen den Arbeitnehmerpauschbetrag (1000€), Kontoführungsgebühren (16€), eine Entfernungspauschale fürs Pendeln (30 Cent pro Kilometer), eine Umzugspauschale (mindestens 820€) und einen Verpflegungsmehraufwand (abhängig vom Aufenthaltsort) als Sonderausgaben oder Werbungskosten geltend machen.


Muss ich als Student bei einem Nebenjob Steuern zahlen?

Viele Studierende verdienen während ihres Studiums mit einem Nebenjob Geld. Bleibt ihr unter der Verdienstgrenze von durchschnittlich 450€ pro Monat (Minijob), zahlt ihr keine Steuern. Verdient ihr in einem Jahr mehr als den Freibetrag von insgesamt 5.400€ (12 X 450€) müsst ihr Steuern zahlen. Bei einem Minijob werden von eurem Arbeitgeber pauschal 2% Lohnsteuer abgeführt. Ein Minijob ist zudem sozialversicherungsfrei und lediglich bedingt rentenversicherungspflichtig (3,6%). Ihr könnt euch aber von der Rentenversicherung befreien lassen.


Wie kann ich die Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand beantragen?

Den Verpflegungsmehraufwand könnt ihr als Werbungskosten geltend machen. Dazu müsst ihr wissen, wie viele Tage ihr unterwegs wart und an welchem Ort, denn die genaue Pauschale ist ortsabhängig. Sammelt diese Informationen am besten in einer separaten Aufstellung und legt die Berechnung eurer Steuererklärung bei. Dazu multipliziert ihr die Anzahl der Tage mit dem Tagessatz und tragt das Ergebnis eurer Berechnung in die Anlage N ein. Falls ihr nicht wisst, wie so eine Berechnung aussehen sollte, könnt ihr euch an unseren Steuerbeispielen für ein Auslandssemester oder Auslandspraktikum orientieren.


Sind Unterhaltskosten für studierende Kinder steuerlich absetzbar?

Wenn eure Eltern für euch Unterhalt zahlen, können sie diese Kosten in ihrer Steuer geltend machen. Die Unterhaltszahlungen können dann als außergewöhnliche Belastungen mit insgesamt bis zu 9.000€ pro Jahr angesetzt werden. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass kein Elternteil den Kinderfreibetrag oder das Kindergeld in Anspruch nimmt. Das trifft meist nur bei Kindern zu, die in einer eigenen Wohnung leben und für die kein Kindergeld mehr ausgezahlt wird. Die Einkünfte der Kinder werden von den 9.000€ abgezogen, so fern sie über dem Feibetrag von 624€ pro Jahr liegen.


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